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In erschütternder Klarheit schildert »Dem Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat« die Erfahrung einer Aids-Diagnose in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre. Wir folgen dem Erzähler von einem Arzttermin zum nächsten. Wir erfahren vom Fortschreiten der Krankheit, den Reaktionen der Freunde und Freundinnen und immer wieder von den Versprechen auf Heilung, an die sich der Erzähler klammert, wie von der tiefen Verzweiflung, in die ihn ihre Enttäuschung stürzt. Das Buch, 1990 bei Gallimard erschienen, löste in Frankreich einen Skandal aus. Schnell wurde Michel Foucault als der im Buch beschriebene Freund des Erzählers identifiziert, von dessen letzten Monaten der Roman parallel berichtet. Binnen kürzester Zeit wurde das Buch ein Bestseller. Guibert setzte seine Dokumentation des Lebens mit der damals sicher tödlich verlaufenden Krankheit in zahlreichen Texten fort, die vielfach erst nach seinem Tod 1991 veröffentlicht wurden. Es ist der intime, zugleich kühle wie zärtliche Ton, der bei aller ungeschönten
Brutalität die besondere Qualität dieser Texte ausmacht: Wie wenige andere Autor*innen rang Guibert mit den Möglichkeiten der Sprache, um der ganzen Spannweite des Krankseins Ausdruck zu verleihen.
zum Produkt € 20,00*
»Medaillons«, das sind acht Begegnungen mit Opfern und Handlangern des Nationalsozialismus: Eine Frau befreit sich mühsam aus dem fahrenden Viehwaggon, stolpert über die Gleise und wird auf der Flucht angeschossen. Wie im Traum nimmt sie wahr, dass Menschen um sie herum sich zögerlich fragen, ob sie ihr helfen oder sich lieber in Sicherheit bringen sollen. Eine andere, die für die Ausrottung der Juden Verständnis hat, weil sie deren Hass auf die Polen mehr als die Nazis fürchtet, hört beim Blumengießen auf dem Warschauer Friedhof, wie die verzweifelten Stimmen der im Ghetto Eingeschlossenen zu ihr dringen. Mitarbeiter eines Labors finden nichts dabei, dass ihr deutscher Vorgesetzter aus Menschenknochen Seife herstellt. Es sind Geschichten des Grauens, die eine Beobachterin in einer zugleich glasklaren und poetisch dichten Sprache einfängt. Sie selbst hält sich im Hintergrund und verzichtet auf jegliche Wertung, wodurch sie die geschilderten Verbrechen und Leiden umso intensiver für sich sprechen lässt.
Zofia Nalkowskas 1946 erschienene, von Marta Kijowska neu übersetzte und mit einem Nachwort versehene »Medaillons« gelten als ein Meisterwerk der Miniaturprosa und einer der wichtigsten Texte der polnischen Kriegsliteratur. »Dieses Schicksal haben Menschen den Menschen bereitet«, lautet Nalkowskas Erkenntnis, die bis heute nichts an Gültigkeit verloren hat.
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Papadiamantis' bekannteste Erzählung erschien erstmals 1903 als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift "Panathínäa". Auf der ägäischen Insel Skiathos wird eine vom Alter gezeichnete Hebamme zur Mörderin an mehreren Mädchen, um diesen ein zukünftiges Leben in Abhängigkeit und Sklaverei zu ersparen. Papadiamantis' sozialkritischer Blick auf die Stellung der Frau in der Gesellschaft seiner Zeit sowie die herausragend sprachlich-stilistische Form des Textes machen "Die Mörderin" (?H F???ssa) zu einem der wichtigsten Werke der neugriechischen Erzählliteratur.
zum Produkt € 19,00*
Dreh- und Angelpunkt der Geschichten ist Paduras Havanna. Alles, was wir aus seinen Romanen kennen, ist da: der Bolero, die Hitze, die Bars, in denen am Weihnachtsabend der Rum ausgeht, die zu kleinen Wohnungen mit Wasserflecken an den Decken, der Applaus aus dem Baseballstadion, die Düfte aus all den zur Straße hin offenen Küchen.
Padura macht aus Alltagsszenen dieser turbulenten Stadt kurze, dichte Erzählungen, die oft die Tragik eines ganzen Menschenlebens erfassen. Diese Geschichten sind der erste Carta blanca on the rocks für alle, die Padura noch nicht kennen. Seine Leser entdecken viele neue Facetten eines vertrauten Kosmos.
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Vollgepumpt mit Alkohol, Testosteron und einem eher ungesunden Maß an Selbstvertrauen, pendelt John Self zwischen London und New
York, um seinen ersten eigenen Film zu realisieren. Doch trotz Dauerrausch gibt es immer wieder Situationen, in denen John klar wird, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Ein rasanter, böser Roman und ein unbestrittener Höhepunkt im Werk von Martin Amis.
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Die Schwergewichtsweltmeisterschaft 1974: Es ist der Boxkampf des Jahrhunderts, den Muhammad Ali und George Foreman austragen. Doch Norman Mailer geht es um mehr. Es gelingt ihm, die Reportage über dieses gewaltige Spektakel zur Kunstform zu erheben, die tief in die Seelen zweier Ausnahmeboxer und des schwarzen Amerikas blicken lässt. Er zeigt einen Muhammad Ali, der eine unglaublich raffinierte physische und psychische Leistung vollbringt, sodass geschieht, was keiner für möglich gehalten hat - Ali besiegt Foreman. Ein mitreißendes Leseerlebnis und ein faszinierendes Stück bester Literatur.
zum Produkt € 16,00*
Straßenkinder, die auf einer Müllhalde leben, ein Busfahrer, der überfallen wird und dafür bezahlen muss, eine ältere Dame, die ein Leben mit dem falschen Partner bereut, ein Transvestit, der sich unglücklich verliebt, ein Hausmeister an der Copacabana, der im entscheidenden Moment versagt; ein Bäcker trauert einer verpassten Liebesgeschichte hinterher, schafft es noch nicht einmal bei der Beerdigung seiner Angebeteten, ihr in Briefform seine Liebe zu gestehen, ein Rentner erträgt die Einsamkeit in seiner Wohnung an der Copacabana nicht mehr, bricht mit seinem Rollator aus der Wohnanlage aus. Es sind individuelle Episoden, die die brasilianische Autorin Carla Bessa in ihrem großartigen Band »Urubus« (>Aasgeier<) erzählt. Auf den ersten Blick sind es Einzelschicksale, die sich auf den zweiten Blick allerdings zu einem großen Ganzen fügen, das exemplarisch Teile der brasilianischen Gesellschaft porträtiert.
Dabei erweist sie sich als Meisterin der Beschreibung von Details. Nur einen Augenblick lang erscheinen Dinge bedeutungslos, im nächsten entwickeln sie sich zum bedeutsamen Motiv, so das mysteriöse Päckchen und seine Besitzerin, die als kaum beachtete Passantin oder als Fahrgast auftaucht, bevor ihr Schicksal ins Zentrum rückt. Somit kreuzen sich auch die Wege von Bessas Figuren immer wieder, wie in einem geheimnisvollen Reigen...
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Einer von Dicks großen Klassikern, der das Szenario einer gefälschten Wirklichkeit entwirft - lange Jahre vor Filmen wie «The Truman Show» oder «Matrix»
Eine Kleinstadt wie jede andere, irgendwo im Amerika der späten Fünfziger. Ragle Gumm, sechundvierzig Jahre alt, ledig, verdient seinen Lebensunterhalt seit Jahren durch Preisausschreiben der Lokalzeitung. Als Dauergewinner und nationaler Champion im Wettbewerb -Wo taucht das grüne Männchen als nächstes auf?- ist er eine kleine Berühmtheit. Bis merkwürdige Entdeckungen ihn davon überzeugen, dass etwas nicht stimmt. Nicht mit den Menschen, nicht mit den Autos, den Häusern, der Stadt. Und nicht mit der Zeit.
zum Produkt € 18,00*
Nach dem Putsch 1971 hält das Militär nicht nur das Leben, sondern auch die Träume der Menschen in der Türkei gefangen. Künstlerinnen und Künstler, Linke, Intellektuelle fürchten um ihre Existenz; auch die Erzählerin, die aus Istanbul übers Meer nach Europa flieht. Im Gepäck: der Wunsch, Schauspielerin zu werden, und das unbedingte Verlangen, den so jäh gekappten kulturellen Reichtum ihres Landes andernorts bekannt zu machen und lebendig zu halten, ohne sich im »Tiergarten der Sprachen« auf die bloße Herkunft beschränken zu lassen. Und dort, inmitten des geteilten Berlin, auf den Boulevards von Paris, im Zwiegespräch mit bewunderten Dichtern und Denkern, findet sie sich schließlich wieder in der »Pause der Hölle«, in der Kunst, Politik und Leben uneingeschränkt vereinbar scheinen.
Emine Sevgi Özdamars neuer Roman ist das vielstimmige Loblied auf ein Nachkriegseuropa, in dem es für kurze Zeit möglich schien, allein mit den Mitteln der Poesie Grenzen einzureißen. Er ist der sehnsuchtsvolle Nachruf auf die Freunde, Künstler, Bekanntschaften, die sie auf ihrem Weg begleiteten. Vor allem aber ist er die wortgewaltige Eröffnung eines Raums zwischen Bedrohung und Geborgenheit, eines von Schatten begrenzten Raums.
zum Produkt € 28,00*