1971 in einem Dorf in Süddeutschland. Nach einer Schneider-
lehre in der Stadt kehrt die 20-jährige Roberta auf den Hof ihrer
Eltern zurück. Sie ist das einzige Kind und wird irgendwann ein-
mal die Bäuerin sein. Hier auf dem Land sind Vergangenheitsbe-
wältigung, Kriegsdienstverweigerung, Feminismus, Popkultur
und Miniröcke nichts, womit man sich beschäftigt. Hier zählen
Arbeit, Gehorsam und moralisches Verhalten. Roberta träumt
davon, eigene Kleider zu entwerfen, aber sie weiß genau, dass
das Träume bleiben werden. Zugleich liebt sie ihren Hof und die
körperliche Arbeit in der Natur, wo sie sich ganz und gar spürt.
Und sie liebt Wilhelm, den Pfarrerssohn.
Wilhelm ist nicht nur für Roberta der Grund, im Dorf zu blei-
ben. Auch seine Mutter Gertrud bleibt wegen ihres Sohnes. Im
Gegensatz zu Roberta hasst sie das Landleben und wünscht sich
nichts mehr, als weggehen zu können, hinaus in die Welt.
Beide Frauen werden schwanger und müssen eine Entschei-
dung treffen. Doch ein tragisches Unglück gibt ihrer beider Le-
ben eine komplett neue Richtung
Vier Tage vor dem Höhepunkt des Sommers, dort, wo sich Louis Arthur Schongauer, einst düsterer Deutscher in Hollywood-Filmen, nach dem Tod seiner Frau zurückgezogen hat. Jetzt will er nur noch mit seiner Hündin leben, inmitten alter Oliven oberhalb des Gardasees. Doch dann strandet eine Reisebloggerin beim Wenden in seiner Zufahrt, und am nächsten Tag erwartet er eine Autorin, die ihn mit einem Porträt aus der Vergessenheit holen will: zwei Frauen mit Gespür für die Wunden in seinem Leben. Umso wichtiger wird ihm nun sein Tier, für das es nur ein Hier und Jetzt gibt ... In Bodo Kirchhoffs neuem Roman geht es um die Sehnsucht nach dem Menschen, der uns erkennt, und die Abgründe, die sich auftun, wenn wir dieser Sehnsucht folgen.
TO DESTROY TOWN
So lautete der Angriffsbefehl für die Zerstörung Darmstadts im Zweiten
Weltkrieg. Am 11. September 1944 warfen 234 Bomber der Royal Air Force über der Stadtmitte und den angrenzenden Wohngebieten 230 Luftminen und Sprengbomben sowie 286 000 Stabbrandbomben ab. Sie entfachten einen Feuersturm, der in seinem Kern Temperaturen von mehr als tausend Grad aufwies. Ihm sind rund elftausend Menschen zum Opfer gefallen, ein Fünftel davon Kinder. Die Hälfte der überlebenden Bevölkerung wurde ob dachlos.
Wie kam es dazu? Was ging diesem Angriff voraus, und was folgte – von
den deutschen Luftangriffen auf Guernica, Warschau, Coventry bis zur Zerstörung von Aleppo oder Mariupol heute? Welches Trauma hinterlässt der Krieg in den Menschen, die ihn überleben?
Dem geht dieses Buch nach – in historischen Bildern, in einer geschicht
lichen Darstellung von Peter Engels und in einem Essay von Klaus Honold.
NEUER VERANSTALTUNGSORT: KRONE
Gaea Schoeters' Roman ist ein "ethischer Mindfuck" (Dimitri Verhulst) - provokant, radikal und eine erzählerische Ausnahmeerscheinung. Am Ende bleibt die Frage: Was ist ein Menschenleben wert?
Gaea Schoeters' preisgekrönter Roman ist von einer außerordentlichen erzählerischen Wucht. Die Tiefenschärfe, mit der sie die Geräusche und Gerüche der Natur beschreibt, lässt einen sinnlich erleben, was einen moralisch an die Grenzen zwischen Richtig und Falsch führt. Hunter, steinreich, Amerikaner und begeisterter Jäger, hatte schon fast alles vor dem Lauf. Endlich bietet ihm sein Freund Van Heeren ein Nashorn zum Abschuss an. Hunter reist nach Afrika, doch sein Projekt, die Big Five vollzumachen, wird jäh von Wilderern durchkreuzt. Hunter sinnt auf Rache, als ihn Van Heeren fragt, ob er schon einmal von den Big Six gehört habe. Zunächst ist Hunter geschockt, aber als er die jungen Afrikaner beim flinken Jagen beobachtet ... Ein Roman von radikaler Konsequenz.
'Sie sagten, es existiere ein Foto, auf dem Ihre Großmutter auf genau diesem Balkon zu sehen ist. Im Jahre 1957.'
Klara nickte.
'Es ist die Zahl', erklärte Frau Salewski, 'die mich erschreckt hat, wissen Sie. Es war der 21. September 1957, als meine Mutter mich in der Früh in den Kindergarten brachte. Und das war dann das letzte Mal, dass ich sie sah.'
Klara stockte kurz. In ihren Augen war ein Glanz wie von Fieber, als sie offenbarte, auch ihre Großmutter sei in jenem Jahr verschwunden. 'Ende September 1957, kurz nachdem dieses Foto entstanden ist.' Das Leben als Sprung ins Leere, die Kunst als Täuschung und Zufluchtsort: der neue Roman des großen Lebensphilosophen Heinrich Steinfest.
Irma, 40, hat aus dem Gasthaus »Zum Hirschen« die beliebte vegetarische »Aubergine« gemacht. Die kreative Inhaberin beschäftigt eine bunte Truppe: eine 17-jährige Schulverweigerin als Mädchen für alles; eine tratschfreudige Hilfsköchin; einen Ex-Weltenbummler als Kellner und Manager. Und den 80-jährigen »Gemüsemann«, der beim Gemüseschnippeln hilft und angeblich fast taub ist. Und wie in jeder engen Gemeinschaft herrschen nicht nur positive Vibes, sondern gibt es einige Turbulenzen.
Der Darmstädter Schauspieler Harald Schneider liest an diesem Abend David Foster Wallace: Kurze Interviews nmit fiesen Männern und andere stories
David Foster Wallace beschreibt hier Figuren am Abgrund, allen voran die "fiesen" Männer. Sie dürfen in fiktiven Interviews ihre - vor allem sexuellen - Beziehungen zu Frauen ungeschminkt beschreiben. So entsteht ein Beziehungskosmos, in dem die Protagonisten ihre Ängste zu verbergen suchen oder ihre Höhenflüge selbstbewusst zur Schau stellen.
Silent book club
In aller Ruhe lesen und doch nicht alleine sein?
Sich vom Lesefieber anderer anstecken lassen und in Bücher eintauchen, mit der Möglichkeit, sich danach noch mit anderen über das gelesene auszutauschen?
Das ist das Konzept des Silent Book Club.
Wir treffen uns an jedem letzten Donnerstag im Monat ab 19 Uhr in der Büchergilde-Buchhandlung am Markt/ Marktplatz 10/ 64283 Darmstadt
19:00-19:30 Ankommen
19:30-20:30 Silent Reading
20:30 bis 21:00 Austauschmöglichkeit
Bring Dein eigenes Buch mit oder schau, ob Du in der Buchhandlung ein Buch findest, in das Du in Ruhe reinlesen möchtest.
Mit Wärme, Wucht und Witz erzählt Paula Fürstenberg in »Weltalltage« von einer besonderen Freundschaft und deren Zerreißprobe. Davon, was es heißt, nicht zu funktionieren in einer Welt, in der alles funktionieren muss; vom Körper und wie wir mit ihm umgehen; von der Kraft der Worte und davon, wo Empathie beginnt - und wo sie enden muss.
Sie sind beste Freunde seit der Schulzeit. Jetzt, mit Anfang dreißig, teilen sie sich eine Wohnung. Max ist Architekt, sie ist Schriftstellerin und seit ihrer Kindheit chronisch krank. Immer wieder wird sie von heftigen Schwindelanfällen heimgesucht und ist auf Max angewiesen. Er ist der Gesunde , sie die Kranke . So war es schon immer. Doch dann erfährt Max vom Tod seines Onkels, und in ihm wächst eine Finsternis. Er muss ins Krankenhaus. Mit einem Mal gerät alles ins Wanken.
Was der Schriftstellerin im aufkommenden Freundschaftskummer hilft, ist das Schreiben, das versuchsweise Ordnen der Vergangenheit in Listenform. Also erzählt sie ihre Geschichte, und damit auch die von Max, von der Nachwendekindheit im Osten bis in die schwankende Gegenwart. Sie denkt über die gesellschaftlichen Verhältnisse nach, die sie zu denen haben werden lassen, die sie sind, über das Kranksein - und die Sprache der Körper. Doch durch Denken und Schreiben allein lässt sich einem Kummer nicht beikommen. Dafür muss sie aufstehen und tanzen gehen, muss sie loslassen und alles vergessen. Ein paar Stunden nur, ein paar Tage. Und dann steht Max plötzlich wieder in der Tür ...
Wenn er erzählt, erblüht die Wüste - der neue Roman von "Meistererzähler Rafik Schami". Denis Scheck In einem arabischen Land herrscht im 19. Jahrhundert der weise König Salih. Als die Königin bei einem Attentat ums Leben kommt, versinkt die einzige Tochter in tiefe Melancholie. Die Thronfolgerin hat sich in einen armen Fischer verliebt, wovon ihr Vater nichts ahnt. Als Karam, der Kaffeehauserzähler, von ihrer Krankheit erfährt, beschließt er, die Prinzessin zu heilen. Allabendlich versammelt er erzählfreudige Menschen im Palast, um die junge Frau durch die schönsten Geschichten ins Leben zurückzuholen: von Mut und Feigheit, von Freundschaft und Feindschaft, von der Liebe und der Weisheit des Herzens. Eine Hommage an das Erzählen, die nicht nur Leserinnen und Leser von "Tausendundeiner Nacht" begeistern wird.